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Einander tragen?Es war vor einigen Jahren an der Olympiade der Behinderten in den USA. 400 m-Final. 8 Behinderte stehen am Start. Jeder will gewinnen. Der Startschuss. Sie laufen los, so wie sie eben können. Dann, 30, 40 Meter vor dem Ziel – einer vorn ab strauchelt, fällt hin. Aus der Traum vom Sieg, Pech gehabt. Da passiert Unglaubliches: Einer der übrigen Läufer stoppt seinen Lauf, humpelt zum Gestürzten, richtet ihn auf, greift ihm unter die Arme. Jener kann nicht mehr richtig laufen, aber der andere ergreift ihn, humpelt mit ihm weiter. Die anderen sehen es. Sie bremsen auch, können nicht einfach tun, wie wenn nichts wäre. Allesamt greifen sie sich unter die Arme, der Gestürzte in der Mitte. Und dann laufen sie und schleppen sich gemeinsam ins Ziel.
So miteinander unterwegs sein, einander stützen, aufeinander achten. Wer möchte das nicht! Wie gelingt uns das besser?
Ich glaube, dem, der nah an Gottes Puls lebt, gelingt es besser. Gott ist nämlich ein leidenschaftlicher Menschenfreund. Gottes Herz schlägt für uns. Darum zieht es ihn zu uns, damit wir bei ihm sind und seine herzliche und heilsame Liebe erfahren.
Gottes Menschenfreundlichkeit zu erfahren hat Folgen: Sie steckt an. Gott macht uns zu Verbündeten seiner Leidenschaft für das Leben. Wie? Indem er uns ein Herz gibt, das schlägt wie sein Herz schlägt – für die Welt, für die Menschen, für das Leben. Ein Herz, das vor Freude höher schlägt, wenn es glückliche Menschen sieht; ein Herz, das schmerzt und leidet ob dem Elend der Menschen. Das ist das Geheimnis von Christus-Menschen, die einander tragen: In ihnen schlägt Gottes Herz.
Übrigens, wo wir einander unter die Arme greifen, einander stützen, wo wir keinen liegen lassen, da wird Gottes leidenschaftliche Liebe für andere sichtbar, da schlagen Menschenherzen höher, weil sie Gottes Herzschlag spüren.
Stefan Zürcher
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